Chinastudie - Strategische Kompetenz im Wettbewerb gefragt

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China strebt bis zum Jahr 2035 die technologische Vorherrschaft auf verschiedenen industriellen Feldern an. Zudem will China diese Position nicht nur lokal, sondern auch international durchsetzen.

Der VDMA hat zusammen mit dem Schweizer Maschinenbauverband Swissmem und dem China-Beratungsunternehmen Sinolytics eine Zwischenbilanz der "Made in China 2025"-Strategie erstellt, und sie fällt aus Sicht des Maschinen- und Anlagenbaus gemischt aus. 

Einerseits steckt die Regierung in Beijing umfangreiche Ressourcen in Forschung und Entwicklung, wovon nicht nur chinesische Unternehmen profitieren, sondern auch die exportorientierten Firmen aus Europa. 

Andererseits greift die chinesische Politik verstärkt in den Markt ein, zum Beispiel durch vorteilhafte Finanzierungsangebote oder einen eingeengten Zugang zu staatlichen Ausschreibungen. Dies führt eindeutig zu Wettbewerbsnachteilen für ausländisch investierte Unternehmen. Außerdem hat China die Bedeutung der Standardisierung entdeckt und versucht, nicht nur in den internationalen Normungsgremien seinen Einfluss zu erhöhen, sondern setzt zunehmend auf lokale Industriestandards. 

Die Corona-Pandemie hat Chinas Aufstieg als Maschinenbau-Nation einen kräftigen Schub verliehen, weil das Land sehr früh und nur sehr kurz betroffen war, während der europäische Absatzmarkt durch die Pandemie einen kräftigen Dämpfer erlitt. Dadurch konnte China seinen Anteil am Weltexport im Maschinenbau auf knapp 16 Prozent erhöhen und damit Deutschland als Exportweltmeister erstmals überflügeln. Eine starke wirtschaftliche Erholung in der EU könnte jedoch dafür sorgen, dass die Maschinenexporte aus Deutschland und anderen europäischen Ländern 2021 wieder stärker wachsen. 

Allerdings spricht der langfristige Trend klar für China. Deutschland und die EU sollten aber nicht nach Protektionismus rufen, sondern dieser Herausforderung mit marktwirtschaftlichen Maßnahmen begegnen. Dazu muss Europa seine eigene Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Gleichzeitig sollte die EU ihre handelspolitischen Instrumente neu ausrichten und etwa den Binnenmarkt vor subventionieren Wettbewerbern aus China schützen sowie Maßnahmen zur Öffnung der chinesischen Märkte für öffentliche Beschaffungen ergreifen.

VDMA-Mitglieder finden den weiterführenden Artikel zu dieser Studie (nach Anmeldung bei myVDMA.org) HIER und können die Studie anfordern bei Dina Cabraja, VDMA Außenwirtschaft (dina.cabraja@vdma.org).

Für weitere Informationen zu diesem Thema können sich VDMA-Mitglieder wenden an

Oliver Wack, VDMA, Außenwirtschaft
Tel.: +49 69 6603-1444, oliver.wack@vdma.org