Eindeutige Identifikation von Motorenkomponenten als Basis für digitale Prozesse

ABB Switzerland Ltd, Turbocharging / VDMA

Das VDMA Einheitsblatt 6298 empfiehlt Standards zur Identifikation und Kennzeichnung

Die Lieferbeziehungen zwischen Komponenten- und, Motorenherstellern, Schiffbauern und -betreibern sind vielfältig und weltumspannend. Lieferketten, Produkte und produktbegleitende Dienstleistungen werden immer mehr digitalisiert. Deshalb haben Hersteller von Verbrennungsmotoren und Motorenkomponenten im VDMA ein Konzept zur Identifikation und Kennzeichnung ihrer Produkte erarbeitet. Es basiert auf einem unternehmensübergreifenden, branchenunabhängigen und weltweit etablierten Standard. Die Unternehmen der Motorenindustrie sehen enormes Potenzial zur Prozessoptimierung durch mehr Transparenz bei Material- und Informationsflüssen über den gesamten Produktlebenszyklus.

Steigende Anforderungen an das Qualitäts- und Sicherheitsmanagement sowie an die Verfügbarkeit von Ersatzteilen und Services sind stetige Treiber für eine effizientere und effektivere Materialbewirtschaftung. Um diesen Anforderungen noch besser gerecht zu werden, empfiehlt das VDMA Einheitsblatt die eindeutige Identifikation eines Objektes über die gesamte Lebensdauer. Die Objekt-ID soll dabei physisch und maschinenlesbar am Objekt angebracht sein. Die so markierten Objekte lassen sich über Wareneingang, Lagerung, Einbau und im Betrieb des Schiffes verfolgen und rückverfolgen. In einer digitalen Akte können alle relevanten Stammdaten und Ereignisse im Produktlebenszyklus dokumentiert werden. Die Objekt-ID wird Zugriffsschlüssel für den „Digitalen Zwilling“ und damit Basis für digitale Prozesse. 

Die ISO-konforme Umsetzung der Identifikation und Kennzeichnung wird im Anhang anhand von GS1-Standards erläutert. Innerhalb die Systems ist es möglich, Objekte auf Artikel-, Chargen- oder Instanzebene zu identifizieren und die Idente in Strichcodes oder RFID-Tags zu kodieren. Der neue GS1 Digital Link Standard macht zudem jede Artikelnummer (GTIN) webfähig. Jedes Objekt kann seine eigene Webadresse erhalten, über das Internet können individuelle Services und Informationen angeboten werden.

Die GS1 Identifikations- und Kennzeichnungsstandards erfüllen die Anforderungen zum „E-Tagging“ in der Marine Equipment Directive und werden von der Bundeswehr in den technischen Lieferbedingungen zunehmend auch für Neubauprojekte der Marine gefordert.

Für VDMA Mitglieder steht das VDMA Einheitsblatt 6298 „Identifikation und Kennzeichnung von Industriemotoren und -komponenten“ kostenfrei in unserer Datenbank zur Verfügung, bitte HIER klicken. Nichtmitglieder können das PDF über der Beuth-Verlag HIER beziehen