Japans Schiffbauindustrie steht unter Konsolidierungsdruck

Shutterstock

Den Schiffbauern in Japan bereitet ein schwindender Auftragsbestand Kopfzerbrechen. Denn die Nachfrage nach neuen Schiffen ist schwach und der Konkurrenzdruck unvermindert hoch.

Japans Reedereien und Werften befinden sich in schwierigem Fahrwasser. Dazu trägt die Coronapandemie einen kleinen Anteil bei, da sie das Volumen der internationalen Gütertransporte kurz- und mittelfristig verringert hat. Schwerwiegendere und längerfristige Faktoren sind die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China sowie die staatlich gestützte Konkurrenz in China und Südkorea, die dem Schiffbau in Japan zusetzt.

All dies macht eine weitere Konsolidierung in Japans Schiffbaubranche erforderlich. Bis Ende 2020 werden sich die beiden Werften Imabari Shipbuilding und Japan Marine United Corporation zu einer Allianz zusammenschließen. Starttermin des Joint Ventures (Imabari 51 Prozent/Japan Marine United 49 Prozent) unter dem Namen Nihon Shipyard ist November 2020. Abgesehen von Flüssiggastransportschiffen sollen alle anderen Schiffstypen gemeinsam entwickelt und vermarktet werden.

Zudem planen die beiden Werften Mitsui E&S Holdings und Tsuneishi Holdings ihre ohnehin bereits bestehende Zusammenarbeit bei Schiffdesign und Teileeinkauf durch gegenseitige Kapitalverflechtung zu intensivieren, meldet die Nikkei Asia. Unterdessen schließt Mitsui E&S seine Werft in Chiba und verlagert einen Teil der Produktion zum Joint Venture mit einer chinesischen Werft in Jiangsu, so die Seatrade Maritime News.

Praktisch alle großen japanischen Schiffbauer haben Partner in China und geben die Produktion von Standardschiffen und den supergroßen Tank- oder Containerschiffe dort in Arbeit, was sich aufgrund des Preisdrucks, zunehmend fehlender Fachkräfte und nicht vorhandener Werftkapazität in Japan aufdrängt. Darüber hinaus setzt beispielsweise Tsuneishi Shipbuilding auf die Philippinen als einen wichtigen Produktionsstandort.

Dadurch soll die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den deutlich größeren Werften in China und Südkorea gestärkt werden. Japan ist auf der Basis der Tonnage das weltweit drittgrößte Produktionsland. Dabei steht Japan, wenn nur die Zahl der bestellten wie auch fertiggestellten Wasserfahrzeuge betrachtet wird, seit einigen Jahren sogar auf Rang zwei vor Südkorea, so die World Shipbuilding Statistics von IHS Markit.

Quelle: gtai

Unsere Mitglieder können den vollständigen Artikel anfordern bei

Verena Röschmann, VDMA, Marine Equipment and Systems
Tel.: +49 40 507 207-11, E-Mail: verena.roeschmann@vdma.org

oder alle Newsletter-Unterlagen gesammelt anfragen mit dem Antwortbogen, der dem letzten Artikel des Rundschreibens beigefügt ist.