Strategische Gasprojekte in Indonesien vor unsicherer Zukunft

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Erdgas ist einer der wichtigsten Rohstoffe im Archipel. Mehreren Großprojekten drohen nun Verzögerungen. Das könnte Exporterlöse schmälern und die heimische Versorgung erschweren.

Erdgas hat eine hohe Bedeutung für die indonesische Wirtschaft. Es ist nach Kohle und Palmöl das drittwichtigste Exportgut und deckt fast 20 Prozent des Primärenergiebedarfs. Mehr als ein Viertel der Energienachfrage der Industrie und knapp die Hälfte der in Haushalten benötigten Energie entfallen auf Gas.

Derzeit stehen vier der fünf nationalen strategischen Gasförderprojekte vor Hindernissen.
Größtes Vorhaben ist die Gasförderung im 2000 entdeckten Abadi-Feld in der Arafurasee an der Grenze zu Australien mit nachgewiesenen Reserven von mehr als 10 Billionen Kubikfuß. Beim dortigen Projekt hat der Minderheitseigner Shell (Anteil: 35 Prozent) seinen Ausstieg erklärt und öffnet die geologischen Daten für einen Käufer.

Zweitgrößtes Gasprojekt mit einem Investitionsvolumen von etwa 7 Milliarden US$ ist das Indonesian Deepwater Development (IDD) östlich von Borneo. Dabei geht es um das Bangka- und das Gendalo-Gehem-Gasfeld. Dort soll 2025 mit der Förderung begonnen werden. Doch der leitende Konzern Chevron hat nun seinen Ausstieg erklärt. Laut dem Ministerium für Energie und Rohstoffe (ESDM) wurde der italienischen ENI eine Übernahme angeboten.

Zwei kleinere Gasprojekte stehen nicht grundsätzlich zur Disposition, sondern leiden nur unter Verzögerungen. Das Tungguh Train 3 in Papua, das sowohl On- als auch Offshore fördert, konnte aufgrund der Coronapandemie zwischenzeitlich keine Fachkräfte ins Land bringen. Leitendes Unternehmen ist BP. Dennoch soll die Förderung noch 2021 beginnen.

Einen veränderten Zeitplan gibt es auch beim kleineren Onshore-Projekt Jambaran Tiung Biru in Ostjava nahe der Stadt Bojonegoro. Der Fördertermin wurde bereits von 2021 auf 2022 verschoben. Es soll Gas für die Stromerzeugung und für die lokale Industrie fördern.

Quelle: gtai

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