Handel im Jahr 2020 - die ersten Ergebnisse und mögliche Szenarien

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Einschätzungen des Marktforschungsunternehmens IHS zu möglichen Entwicklungen des Welthandels.

Nach einem bereits schleppenden Jahr 2019 wurde für 2020 ein deutlicher Aufschwung des globalen Wachstums und Handels erwartet, was durch die COVID-19-Pandemie zunichte gemacht wurde. Die langfristigen Auswirkungen dieses unvorhergesehenen Ereignisses werden wahrscheinlich viel größer sein, als in den ersten Tagen dieses Jahres erwartet wurde. Die sogenannte "neue Normalität" wird wahrscheinlich entstehen.

Im vorliegenden Bericht versucht IHS, verschiedene Datenquellen und Ergebnisse von Vorhersagemodellen, die von IHS-Markit-Experten zur Verfügung gestellt wurden, zu nutzen, um die Auswirkungen der bisherigen Pandemien zu ermitteln und das bestmögliche Szenario für die Zukunft darzustellen. Angesichts der Unsicherheit im Zusammenhang mit den laufenden Pandemien müssen die Vorhersagen mit Vorsicht behandelt werden.

Er umfasst folgende Kernaussagen:

  • Es wird erwartet, dass der Welthandel mit Waren aufgrund der COVID-19-Pandemie im Jahr 2020 real um 13,6 Prozent fallen wird
  • Eine bedeutende Erholung des Handels wird für 2021 erwartet; sein tatsächlicher Umfang wird von der Schwere und der tatsächlichen Dauer des Ausbruchs sowie von der Wirksamkeit der politischen Maßnahmen weltweit abhängen.
  • Die Pandemie betrifft alle Regionen; die Schwere der Auswirkungen ist jedoch asymmetrisch, wobei Europa am härtesten betroffen ist
  • Die verfügbaren Ergebnisse für das erste Quartal 2020 aus dem IHS Markit Global Trade Atlas, wie von nationalen Quellen berichtet, deuten auf einen signifikanten und asymmetrischen Schock im ersten Quartal des Jahres hin
  • Der PMI-Exportauftragseingang, der im April 2020 für die meisten Staaten bereinigt wurde, liegt deutlich unter dem Niveau von 2009, was das Ausmaß des Abschwungs anzeigt; als prominentester Frühindikator weist er auf den möglichen Tiefpunkt im 2. Quartal 2020
  • Die Auswirkungen auf den Handel werden für Sektoren (Produkte) mit komplexeren und geografisch verstreuten Vorwärts- und Rückwärtsverflechtungen in den globalen Wertschöpfungsketten (GVCs / "Global Value Chains") größer sein
  • Die Auswirkungen werden sowohl direkt durch die auferlegten Handels- und Produktionsbeschränkungen als auch indirekt durch die Auswirkungen auf die globale Nachfrage bedingt sein.
  • Die Auswirkungen beschränken sich nicht nur auf den Warenhandel; bestimmte Dienstleistungssektoren, wie z.B. der Personenflugverkehr, werden stärker in Mitleidenschaft gezogen
  • IHS erwartet nun, dass der Wert des Welthandels im Jahr 2020 16.397,6 Milliarden USD erreichen wird (ein Rückgang um 3.037,1 Milliarden USD im Vergleich zur letzten IHS-Prognose) und dass das Volumen des Welthandels auf 12,1 Milliarden Tonnen sinken wird.
  • Eine V-förmige Erholung wird erwartet; es ist jedoch unwahrscheinlich, dass die Handelsniveaus das Niveau von vor dem COVID-19 erreichen werden, mit einer dauerhaften Lücke im Verlauf von ca. 1,8 Billionen USD und einer CAGR  ("Compound Annual Growth Rate " / durchnittliches jährliches Wachstum) von 2,8 Prozent für 2021 - 2030; die prognostizierte durchschnittliche Wachstumsrate ist der vorherigen IHS-Prognose sehr ähnlich
  • Die IHS-Prognose kommt dem "optimistischen" Szenario der jüngsten Handelsprognosen der Welthandelsorganisation näher

Quelle: IHS Markit

Den vollständigen IHS-Bericht finden Sie auf der IHS-Website in englischer Sprache mit diesem LINK.