Die Digitalisierung in Häfen und Werften Frankreichs schreitet voran

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Die Digitalisierung durchdringt immer stärker die maritime Wirtschaft in Frankreich. Neue Technologien zwingen die Unternehmen dazu, ihre Geschäftsmodelle zu überdenken.

Die Häfen in Frankreich bauen ihre digitalen Plattformen zum Informationsaustausch für ihre Partner im Hafenumfeld aus, um die Warenabwicklung effizienter zu machen. Für den Hafen Marseille-Fos mit dem höchsten Umschlag in Frankreich geht es nach Aussagen des Direktors, Hervé Martel, in den kommenden Jahren um einen besseren Austausch mit anderen Seehäfen sowie mit dem Hinterland. Im Rahmen von MedPorts, einer Vereinigung von 22

Mittelmeerhäfen, strebt Marseille-Fos gemeinsame Standards für den Informationsaustausch an. So sollen Schiffsbewegungen übertragen werden können, um die Abwicklung im jeweils nächsten Hafen zu beschleunigen.

Marseille-Fos dringt darauf, dass Häfen in Tunesien, Algerien und Marokko dieselbe CCS-Plattform (cargo community system) zum Informations- und Dokumentenaustausch CI5 von MGI nutzen. Französische Häfen setzen überwiegend Systeme der beiden Softwareanbieter MGI (Marseille Gyptis International) aus Marseille und Soget aus Le Havre ein.

CI5 kann nicht nur die Hochseeschifffahrt erfassen, sondern auch Binnenschifffahrt, Straßentransport, Luftfracht und Bahnverkehr. Im Projekt Blockchain MeRS entwickelt MGI gemeinsam mit den Firmen Keeex und BuyCo eine Plattform mit Blockchain-Technologie zum Informationsaustausch für den Verkehr zwischen Lyon über die Rhône nach Marseille, Sète und Toulon. Sie soll Warenströme über mehrere Verkehrsmodi hinweg verfolgen. Damit könnte der Transport über diesen viel genutzten Korridor optimiert werden. Gleichzeitig wollen die Partner den CO2-Ausstoß beim Warentransport berechnen. Daraus könnte dann ein Label für Waren mit günstiger CO2-Bilanz entstehen.

Eine bessere Anbindung des Hinterlandes über das MeRS-Projekt ist wichtig für Marseille-Fos, um die Wettbewerbsfähigkeit des Hafens zu sichern. Gleiches gilt für die Häfen Le Havre, Rouen und Paris, die Anfang 2021, so die Planung, zu einem einzigen Unternehmen verschmolzen werden. Hier soll über die Plattform S)One von Soget eine effizientere Nutzung des Transportkorridors erreicht werden.

Auch im Schiffbau breiten sich digitale Lösungen aus. Nach Aussagen von Werftvertretern auf der Konferenz für maritime Wirtschaft Euromaritime Anfang Februar 2020 in Marseille sind zahlreiche Innovationen von der Offshore-Industrie gekommen und haben jetzt auch die Handels- und Personenschifffahrt erreicht. Schiffbauarchitekten und Werften nutzen schon lange Softwarelösungen für die Konzeption neuer Schiffe. Die Entwicklung von digitalen Zwillingen in den letzten Jahren eröffnet jedoch neue Möglichkeiten, anhand digitaler Modelle Tests und Berechnungen zu Stabilität, Leistung und Energieeffizienz durchzuführen.

Quelle: gtai

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