Griechische Schifffahrt wird "grüner"

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Hohes Geschäftspotenzial für umweltfreundliche Schiffstechnologien

Die griechische Handelsflotte, die größte weltweit, setzt zunehmend auf umweltschonende Technologien. Das eröffnet Chancen für deutsche Lieferanten.

Seit 1. Januar 2020 gelten die neuen Emissionsvorschriften der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO), die einen Schwefelgehalt von höchstens 0,5 Prozent für Schiffskraftstoffe vorsehen. Dadurch sollen gesundheits- und umweltgefährdende Emissionen verringert werden.

Die neuen Umweltvorschriften sind auch von den griechischen Reedern einzuhalten. Diese sind sich aber nicht einig, welche Lösung die beste für die Verringerung der Emissionen ist. Entweder müssen sie Abgas-Entschwefelungsanlagen - sogenannte Scrubbers - einbauen, um weiterhin den billigeren hochschwefelhaltigen Schiffsdiesel nutzen zu können, oder auf teureren schwefelarmen Kraftstoff oder schwefelfreies Flüssigerdgas (LNG) umsteigen. Die Entscheidung hängt unter anderem vom Alter der Schiffe ab. Je älter die Schiffe, desto weniger lohnen sich Scrubbers. In diesem Fall wird schwefelarmer Brennstoff vorgezogen. Auch der Umbau auf LNG als Kraftstoff oder die Bestellung von neuen LNG-betriebenen Schiffen ist für viele Eigner eine mögliche Alternative.

Auf jeden Fall bedeuten die neuen Umweltvorschiften höhere Kosten. Diese sollen zum größten Teil auf den Endnutzer übertragen werden, so Pressemeldungen.

In den letzten Jahren haben griechische Eigner verstärkt Schiffe aus zweiter Hand aus Deutschland übernommen. Der Erwerb der gebrauchten Schiffe macht vermehrt technische Anpassungen und Modernisierungen notwendig. "Beim Neubau, bei der Nachrüstung oder beim Umbau der Schiffe aus zweiter Hand liegt der Fokus der Reeder derzeit auf der Einhaltung der neuesten Vorschriften", erklärt Zarko Knezevic, Projektleiter bei der German Maritime Export Initiative. Hinzu kommt der zunehmende Druck von Öffentlichkeit, Politik und Kunden, "grüner" zu werden. "Griechische Reeder interessieren sich immer intensiver für innovative und umweltfreundliche Hightech-Produkte", informiert Knezevic.

Unabhängig davon, ob sich die Eigner für Neubau, Nachrüstung oder Umbau eines Schiffes entscheiden, haben all diese Optionen eines gemeinsam: Neben einem überzeugenden Konzept erfordern sie eine solide langfristige Finanzierungslösung. Diese ist für die Reeder von besonders hohem Wert und damit ein wichtiges Verkaufsargument.

Quelle: gtai

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