Fortschritte bei der geplanten Groß-Fusion im chinesischen Schiffbau

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Die nächste große Verschiebung im globalen Schiffbau bahnt sich an: Die beiden staatlichen Werftkonzerne China Shipbuilding Industry Corp. (CSIC) und China State Shipbuilding Corp. (CSSC) arbeiten an einer Fusion.

In den Börsenmeldungen von Anfang Juli bestätigten die beiden wichtigsten staatlichen Schiffbauer Chinas die Groß-Fusion. Durch diesen Zusammenschluss erreichen sie eine neue Größe, die der von der Hyundai Heavy Industries geplanten Übernahme der südkoreanischen Daewoo Shipbuilding and Marine Engineering entspricht. 

"CSSC plant eine strategische Umstrukturierung mit der China Shipbuilding Industry Corporation Co., Ltd.", schrieb ein börsennotierter Unternehmensbereich von CSSC in einer Börsenmeldung. "Das Vorhaben muss noch von den zuständigen Behörden genehmigt werden, aber um eine rechtzeitige und faire Offenlegung von Informationen zu gewährleisten und die Interessen der Anleger zu wahren, wird sie bereits jetzt angekündigt."

Im Jahr 1999 hatte CSSC die CSIC ausgegliedert und dem neu gegründeten Unternehmen die Kontrolle über staatliche Werften in Nordchina übergeben. Zu den Vermögenswerten von CSIC gehören die Dalian Shipyard, die Bohai Shipyard, die Wuchang Shipyard und eine Vielzahl von verbundenen Lieferanten, Herstellern und Forschungslabors. Der Jahresumsatz bewegte sich ab 2017 in der Größenordnung von 50 Milliarden US-Dollar. 

CSSC besitzt die Shanghai Waigaoquiao Shipyard, einen der fortschrittlichsten Schiffbauer des Landes, sowie die Jiangnan Shipyard und den Hudong-Zhonghua Shipbuilding. Im Jahr 2017 wurden rund 30 Milliarden US-Dollar Umsatz erwirtschaftet. Zusammen hätten CSIC und CSSC laut Bloomberg mehr Umsatzvolumen als alle drei großen südkoreanischen Schiffbauer und einen größeren Auftragsbestand als jeder andere Schiffbaukonzern.

Im vergangenen Jahr hat die CSSC eine Reihe von Management-Wechseln und Umstrukturierungen durchlaufen. Im März 2018 wurde ein neuer Geschäftsführer, das Mitglied des CPC-Zentralausschusses Lei Fanpei, ernannt. Im März 2019 wurden Planungen zur Finanzrestrukturierung der drei größten Werften - Jiangnan, Huangpu Wenchong und Guangzhou - in einem Debt-for-Equity-Plan mit neuen Aktienemissionen umgesetzt. CSIC fusionierte im selben Monat zwei seiner größten Werften - Dalian und Bohai. 

Das Groß-Fusionsvorhaben ist der neueste Baustein eines jahrelangen Konsolidierungsprozesses für Chinas staatliche Unternehmen, von denen viele von Überkapazitäten betroffen sind. Zu den bereits betroffenen Branchen gehören die Stahlerzeugung, die Elektrizitätserzeugung, die Bahn, die Agrarwirtschaft, die Schifffahrt und die Hafenbetriebe. Die Groß-Fusionen sind für Peking ein Weg zur Reduzierung der Kapazitäten und der Verschuldung als auch zur zu reduzieren und die Größenvorteile seiner expandierenden Industriebeteiligungen auszuspielen. Das Unternehmensaufsichtsamt der Zentralregierung, die SASAC, erklärte, dass die Zahl der bislang ca. 100 staatlichen Unternehmen auf rund 80 Unternehmen zusammengefasst werden sollen.

Quelle: THE MARITIME EXECUTIVE