China investiert in Hafen- und Infrastrukturprojekte in Italien

Shutterstock

Häfen Triest und Genua sind Teil der neuen Seidenstraße

China integriert auch Italien in seine logistischen Zukunftspläne und zieht damit erstmals ein
G7-Land auf seine Seite.

Schwerpunkt der Abkommen zwischen Italien und China vom 23. März 2019 ist eine intensivere Zusammenarbeit in den Bereichen Transport, Logistik, Energie und Infrastruktur. Dabei möchten die beiden Länder Synergien zwischen der chinesischen Belt and Road Initiative (neue Seidenstraße) und den italienischen, beziehungsweise europäischen Infrastrukturplänen ausloten.

Das umstrittene Thema Telekommunikation ist in den Abkommen zwar aufgeführt, Details zu den Aktivitäten von Huawei beim 5G-Netz wurden jedoch ausgespart, wohl um den Bogen mit den USA nicht zu überspannen. Ebenso fehlen die Namen großer italienischer Firmen wie Enel (Erdöl), Terna (Stromübertragung), Unicredit (Finanzen) und Financantieri (Schiffbau), die aber meist ohnehin schon mit chinesischen Partnern kooperieren.

Konkretere Pläne der Zusammenarbeit bestehen bei den Häfen. China sucht in Ergänzung zu den geplanten Großhubs in Piräus und Valencia weitere Anlaufpunkte für die maritime Route der neuen Seidenstraße. Vor diesem Hintergrund schloss das Unternehmen China Communications Construction Company (CCCC) mit den Behörden der Adriahäfen Triest und Monfalcone sowie mit der Hafenbehörde von Genua Kooperationsabkommen. Die italienischen Häfen liegen strategisch günstig, sind allerding stark modernisierungsbedürftig. Daher erhofft
sich Italien nun technische und finanzielle Hilfe von den Chinesen. Diese erwerben dabei, anders als in Piräus, kein Land und führen auch selbst keine Bauprojekte durch, sondern sind offiziell nur beratend tätig.

In den Adriahäfen Triest und Monfalcone geht es zunächst um den Ausbau des Schienenanschlusses, speziell um den Bau der intermodalen Plattformen Servola und Aquilinia. In einer Wiederbelebung des Projekts Trihub sind mehrere Eingriffe im Schienennetz der Region um Cervignano del Friuli, Villa Opicina und Triest vorgesehen. Dies soll in enger Zusammenarbeit mit dem Bahnnetzbetreiber RFI (Rete Ferroviaria Italiana) geschehen. Triest
ist mit einem Warenumschlag von rund 62 Millionen Tonnen pro Jahr der größte italienische Hafen und die Nummer elf in Europa.

Unsere Mitglieder können den vollständigen Artikel anfordern bei

Verena Röschmann, VDMA, Marine Equipment and Systems
Tel.: +49 40 507 207-11, E-Mail: verena.roeschmann@vdma.org

oder alle Newsletter-Anfragen gesammelt mit dem Antwortbogen, der dem letzten Artikel des Rundschreibens beigefügt ist.