Öl-Boom in Guyana

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Das kleine Land könnte bald pro Einwohner mehr Erdöl fördern als Kuwait und Katar

Nach einer Reihe von spektakulären Ölfunden vor der Küste Guyanas seit 2015 steht die ehemalige britische Kolonie vor einem Ölboom. Ab 2020 wird ExxonMobil die Produktion hochfahren.

"Wenn Venezuela die größten Erdölvorkommen weltweit hat, dann liegt vielleicht auch etwas im Nachbarland Guyana" - dachte sich ExxonMobil und begann 2008 in dem einzigen englischsprachigen Land Südamerikas nach Erdölvorkommen zu suchen. 2015 wurde das Risiko belohnt, als das Unternehmen rund 190 Kilometer vor der Küste Guyanas auf das Ölfeld Liza stieß. Laut dem Beratungsunternehmen Wood Mackenzie ist Liza mit den großen Tiefsee-Ölfeldern vor der Küste Brasiliens vergleichbar.

Nach Liza entdeckte ExxonMobil noch elf weitere offshore-Lagerstätten, die zusammen auf ein Volumen von 5,5 Milliarden Barrel Öleinheiten (barrel of oil equivalent, boe) kommen. Schon jetzt ist das Explorationsprogramm damit einer der bedeutendsten Funde weltweit seit der Jahrtausendwende und es könnte noch mehr Öl entdeckt werden. Experten halten insgesamt 10 Milliarden boe für realistisch. Laut einer Wood Mackenzie-Studie wird Guyana dadurch "im nächsten Jahrzehnt mit Leichtigkeit viertgrößter Ölproduzent in Lateinamerika und womöglich sogar an Venezuela und Mexiko vorbeiziehen, um den zweiten Platz (hinter Brasilien) zu belegen".

Die bisherigen Ölfunde fanden alle im "Stabroek Block" statt, einer Fläche von 26.800 Quadratkilometern vor der Küste Guyanas. Allerdings konzentrierte sich die bisherige Exploration auch auf dieses Gebiet. Der United States Geological Survey (USGS) bezeichnet Stabroek als die weltweit zweitgrößte, noch unerschlossene Ölquelle. Betreiber von Stabroek ist ExxonMobil, ebenso wie von den angrenzenden, kleineren Blöcken Kaieteur und Canje. Deren Erkundung läuft gerade erst an und wird aller Wahrscheinlichkeit nach weiteres Öl ans Tageslicht bringen.

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Quelle: gtai