Russland will mehr Verkehr auf Flüsse und Kanäle bringen

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Milliardeninvestitionen in den Ausbau der Binnenschifffahrt geplant

Russland will das Frachtaufkommen auf Flüssen und Seen erhöhen. Dafür sollen Häfen und
Wasserwege ausgebaut werden. Die Werften erweitern ihre Kapazitäten. Der steigende Warentransport innerhalb der Eurasischen Wirtschaftsunion und auf der neuen Seidenstraße
könnte der russischen Binnenschifffahrt Auftrieb verleihen. Über seine großen Flüsse und das Kaspische Meer wäre Russland in der Lage, Warenströme aus Asien aufzunehmen und über die Nordostpassage oder die Ostsee nach Westeuropa zu transportieren.

Dafür muss Russland aber die stark verschlissene Infrastruktur erneuern: Binnenhäfen, Schleusen, Signaltechnik, Flussschiffe. Der Ausbau der Binnenwasserstraßen und -häfen gehört deshalb zum Modernisierungsprogramm, das Präsident Wladimir Putin in seiner aktuellen Amtszeit verwirklichen will. Für das föderale Projekt "Binnenwasserstraßen"
sind zwischen 2019 und 2024 Investitionen von 276 Milliarden Rubel vorgesehen (3,65 Milliarden Euro, Wechselkurs am 29. Januar 2019: 1 Euro = 75,69 Rubel). Das Geld kommt aus den öffentlichen Haushalten. Verantwortlich für die Umsetzung ist die Föderale Agentur für den See- und Flusstransport: Rosmorretschflot (http://www.morflot.ru ).

Die Flotte auf den Seen und Flüssen besteht aus rund 24.000 Schiffen, wobei bis zu 90 Prozent der Frachtschiffe älter als 30 Jahre alt sind. Die Erneuerung geht langsamer voran als die Aussonderung verschlissener Schiffe, weil die russischen Werften zu geringe Kapazitäten haben. Liefen zu Sowjetzeiten pro Jahr 700 Schiffe vom Stapel, so waren es in den vergangenen 15 Jahren nur 800 (laut Studie der Beratungsfirma EY). Außerdem fehlen
die Lieferungen der DDR-Werften. Bis 1989 waren 3.500 Schiffe, davon 2.700  Fischereischiffe, an die Sowjetunion geliefert worden.

Das Transportministerium rechnet damit, dass bis 2035 rund 1.800 Wasserfahrzeuge für die Binnenschifffahrt angeschafft werden müssen. Dafür seien Investitionen von über 13 Milliarden Euro notwendig. Den Großteil davon soll die einheimische Werftenindustrie produzieren. Alle wichtigen Schiffbaubetriebe des Landes sind inzwischen unter dem Dach der Staatsholding OSK (Vereinigte Schiffbau-Gesellschaft, http://www.aoosk.ru) zusammengefasst, die mit Steuergeldern die Werften modernisiert. Der Staat drängt die Reeder mit Subventionen für Kreditzinsen und Leasingraten zu Aufträgen bei einheimischen Werften. Außerdem gibt es eine Abwrackprämie für mehr als 30 Jahre alte Schiffe. Sie kompensiert 10 bis 15 Prozent der Kosten einer Neubestellung.

In Schataj (Jakutien) an der Lena beginnt im Frühjahr 2019 der Bau einer Werft für Flussschiffe. Investor ist die Reederei LORP (http://lorp.ru ). Der Betrieb wird sich auf Schiffe für das Lena-Becken spezialisieren, die bis in arktische Gewässer fahren können. Ein wichtiger Auftragnehmer für neue Flussschiffe in Russland ist der Werftbetrieb Krasnoje Sormowo in Nischni Nowgorod. Dieser verkündete im Januar 2019 einen weiteren Großauftrag. Für die Staatliche Transportleasinggesellschaft GTLK soll die Werft elf Trockenfrachter im Wert von rund 140 Millionen Euro bauen.

Quelle: gtai

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