Wirtschaftsausblick Zypern

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Zyperns Wirtschaft wird im Jahr 2019 um 3,5 Prozent wachsen. Der Inselstaat genießt wieder das Vertrauen der Investoren. Das schlechte Verhältnis zur Türkei bleibt ein Risikofaktor.

Für das Jahr 2019 prognostiziert die Europäische Kommission eine Zunahme des zyprischen Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 3,5 Prozent und für 2020 um 2,9 Prozent. In den letzten drei Jahren ist die Wirtschaft um rund 4 Prozent gewachsen. Privater Konsum und Investitionen in Immobilien und Schiffe tragen ausschlaggebend dazu bei.

Die Staatsanleihen des Inselstaates gelten der Ratingagentur Standard & Poor's zufolge seit September 2018 wieder als "investitionswürdig". Auch die Agentur Fitch Ratings hob die Bonitätseinstufung Zyperns im Oktober 2018 an. Die Arbeitslosigkeit geht zurück und soll im Jahr 2019 auf 6,3 Prozent fallen, so die EU-Kommission. Auch die Staatsverschuldung soll auf 98,4 Prozent des BIP fallen (2018: 105 Prozent).

Das angespannte Verhältnis zur Türkei - besonders vor dem Hintergrund der Erdgasbohrungen in Zyperns Ausschließlicher Wirtschaftszone - bleibt ein großer Risikofaktor für die kleine Volkswirtschaft im östlichen Mittelmeer. Internationale Erdölgiganten lassen sich von den Drohungen allerdings nicht irritieren.

Die Türkei weigert sich, das Recht Zyperns auf Bohrungen in der Ausschließlichen  Wirtschaftszone ohne Zustimmung des türkisch-zyprischen Teils anzuerkennen. Für die Wiederaufnahme der Verhandlungen über eine mögliche Lösung der Zypernfrage gibt es noch keinen neuen Zeitplan.

Die US-Sanktionen gegenüber Russland beziehungsweise gegenüber einzelnen russischen  Unternehmern sorgen in Zypern ebenfalls für Kopfzerbrechen. Russische Investoren haben Anteile an zyprischen Unternehmen; ein sanktionsbedingter Abbruch der Zusammenarbeit würde diese Unternehmen gefährden.

Auch der Brexit birgt Gefahren für die zyprische Wirtschaft: Das Vereinigte Königreich ist nicht nur das wichtigste Herkunftsland ausländischer Touristen, es ist auch ein bedeutender Handelspartner.

In Zypern dreht sich alles um die Nutzung der Erdgasvorkommen. Die Ergebnisse der ersten Bohrung des USamerikanisch-katarischen Konsortiums ExxonMobil-Qatar Petroleum im Block 10 werden mit großem Interesse erwartet. Eine zweite Bohrung ist für Ende Januar 2019 geplant. Der französische Erdölgigant Total und die italienische Erdölgesellschaft ENI wollen 2019 im Block 8 mit den Bohrungen starten.

Die staatliche Erdgasgesellschaft Zyperns hat den Bau einer schwimmenden Speicher- und Wiederverdampfungsanlage für Erdgas und der nötigen Pipeline-Infrastruktur auf der Insel ausgeschrieben. Der zyprische Energieminister und der ägyptische Erdölminister unterzeichneten im September 2018 einen zwischenstaatlichen Vertrag für den Bau einer Untersee-Pipeline, die zyprisches Gas zu ägyptischen Terminals transportieren soll.
Baustart der EastMed-Pipeline ist für 2019 geplant. Die 2.200 Kilometer lange Leitung wird Zypern und Griechenland, aber auch andere südeuropäische Länder mit Erdgas aus dem östlichen Mittelmeer beliefern.

Quelle: gtai

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Verena Röschmann, VDMA, Marine Equipment and Systems
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