Hoher Investitionsbedarf im polnischen Infrastrukturbau

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Zentralhafen in Danzig geplant

Polen will kurzfristig umfangreiche Infrastrukturprojekte realisieren, um die EU-Mittel auszuschöpfen. Es winken vielfältige Aufträge auch für deutsche Unternehmen.

Polen muss sich sputen, um die zur Verfügung stehenden Fördermittel der Europäischen Union (EU) aus dem Haushalt 2014 bis 2020 in Höhe von rund 82 Milliarden Euro vollständig abzurufen. Bis Ende März 2018 wurden dem Land erst gut 14,5 Milliarden Euro überwiesen. So ist in der Endspurtphase noch mit umfangreichen Ausschreibungen zu rechnen. Das rege Wirtschaftswachstum stimuliert die Nachfrage zusätzlich.

Der Deepwater Container Terminal (DCT) beim Hafen von Gdansk (Danzig) startete ein weiteres Ausbauprogramm, nachdem erst 2017 seine Kapazitäten verdoppelt wurden. Auch die Hafengruppe Szczecin-Swinoujscie (Stettin-Swinemünde) will noch mehr Container verladen. Sie passt nicht nur die bestehende Infrastruktur entsprechend an sondern erwägt auch den Bau eines neuen Container-Terminals für etwa 469 Millionen Euro. Gdansk plant außerdem einen großen Port Centralny für über 2 Milliarden Euro mit einer zehnjährigen Bauzeit als Öffentlich-Private-Partnerschaft (ÖPP).

Polen will seine großen Flüsse besser schiffbar machen für langfristig über 16 Milliarden Euro. Die britische Halcrow Group Ltd. erstellt eine Machbarkeitsstudie für die Weichsel von Gdansk nach Warschau und weitere Wasserstraßen im Raum Warschau. Der vorgesehene Ausbau der gesamten Oder dürfte 7 Milliarden Euro kosten. Vertieft werden auch die zu den kleineren westpommerschen Häfen Stepnica (Stepenitz) und Police (Pölitz) führenden Wasserwege. Durch die Frische Nehrung (Mierzeja Wislana) soll ein Kanal führen. An Bedeutung gewinnt auch der Hochwasserschutz. Der Polder von Opole (Oppeln), Zelazna, soll für rund 26 Millionen Euro, darunter 19 Millionen Euro aus EU-Mitteln, revitalisiert werden.

Die Investitionen in die Abwasserbehandlung und Frischwasserversorgung sanken 2017 laut dem Statistischen Hauptamt GUS auf 209,6 Millionen Euro (2016: 221,6 Millionen Euro, auf Zloty-Basis nominal minus 7,7 Prozent). Im 1. Quartal 2018 expandierten sie um 51,2 Prozent gegenüber dem 1. Quartal 2017 auf 47,5 Millionen Euro.

Quelle: gtai