Auch in der Schifffahrt setzt Norwegen immer stärker auf Elektromobilität

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Bis zum Jahr 2021 will Norwegen nicht weniger als 60 batterieelektrische Fähren in Betrieb haben.

Siemens hat bereits Elektroantriebssysteme für mehrere Schiffe geliefert, darunter für die erste reine Elektrofähre der Welt, die seit 2015 auf dem Sognefjord verkehrt. Erhebliches Potenzial für den Einsatz von Elektroantrieben bieten außerdem Kreuzfahrt- und Offshore-Versorgungsschiffe. Siemens und Corvus Energy werden im Land der Fjorde künftig auch Schiffsbatterien herstellen.

Bislang sind in Norwegen drei verschiedene Ladelösungen für Elektrofähren im Einsatz: Steckverbindungen der norwegisch-kanadischen Engineering-Gruppe Cavotec (angekoppelt an Ladestationen durch Roboter des Schweizer ABB-Konzerns), Ladesysteme des niedersächsischen Maschinenbauers Stemmann und drahtlose Systeme des finnischen Wärtsilä-Konzerns (Ladung per Induktion). Solange noch nicht ausreichend Erfahrung vorliegt, will Norwegen auch weiterhin verschiedene Varianten testen.

Mittelfristig sollen die Anschlusssysteme aber standardisiert werden. Dadurch wären Elektrofähren variabel auf verschiedenen Strecken einsetzbar.

Sollte sich Norwegen bis zum Jahreswechsel 2021/22 auf einen Standard festlegen - was einige Beobachter für realistisch halten -, würde dieser bereits bei der Ausschreibung der nächsten Elektrofähre über den Sognefjord gelten. Seit 2015 verkehrt dort die erste reine E-Ferry der Welt, die "Ampere" der Reederei Norled, bis zu 30 Mal täglich im Liniendienst zwischen Lavik und Oppedal. Bisher nutzt sie in den beiden Häfen zwei unterschiedliche Systeme zum Aufladen ihrer Batterie: eines von Cavotec mit Landstromverbindung und eines von Stemmann mit einem über eine Trafostation ans regionale Stromnetz angeschlossenen Ladepantografen. Siemens hat für die Ampere-Fähre, deren Lizenz bis 2025 läuft, das komplette elektrische Antriebssystem und Ladestationen mit Lithium-Ionen-Batterien geliefert, die mit Strom aus Wasserkraft geladen werden.

Die Weiterentwicklung maritimer Nullemissionstechnologien lässt sich der Staat einiges kosten. Insbesondere das gemeinsame Förderprogramm PILOT-E des Forschungsrats (Forskningsradet), der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Innovation Norway und der staatlichen Agentur Enova dient diesem Zweck. Kongsberg, Grenland Energy, Fjellstrand und Gronn Kontakt entwickeln im Rahmen von PILOT-E unter anderem selbstfahrende, emissionsfreie Fährschiffe.

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Verena Röschmann, VDMA, Marine Equipment and Systems
Tel.: +49 40 507 207-11, E-Mail: verena.roeschmann@vdma.org

Quelle: gtai