Norwegen strebt Pilotprojekte mit schwimmenden Windrädern an

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Zwei Seegebiete vorgeschlagen, aber: kein klares politisches Bekenntnis zur Offshore- Windenergie

Norwegen will ein bis zwei Seegebiete für schwimmende Windkraft-Pilotanlagen freigeben. Potenzielle Investoren, wie Equinor (vormals: Statoil) oder Aker Solutions, halten sich mit Interessensbekundungen indes zurück. Fördermittel sind nur im Rahmen bereits  bestehender Programme der staatlichen Agentur Enova vorgesehen. Die Anlagen sollen vor allem Bohrinseln mit Elektroenergie versorgen. Bei küstennahen Projekten ist aber auch eine Landstromanbindung denkbar.

Im Vergleich zum Onshore-Bereich fristet Offshore-Windkraft in Norwegen bisher ein Schattendasein. In den letzten Jahren verlautete aus Oslo immer wieder, dass die
Technologie für Offshore-Windkraftanlagen zu teuer sei, besonders im Vergleich zu den reichlich vorhandenen Wasserkraft- und Onshore-Wind-Kapazitäten im Land.

In Betrieb ist bislang erst eine einzige Anlage: Hywind I, rund 12 Kilometer vor Karmoy an der norwegischen Südwestküste, mit einer Kapazität von rund 2,3 Megawatt. Die größte bisher genehmigte Anlage, Havsul I, die nach ihrer Fertigstellung eine Gesamtleistung von 350 Megawatt erreichen soll, liegt seit Jahren auf Eis. Das Joint Venture Vestavind, an dem unter anderem Vattenfall beteiligt ist, hält seit 2009 eine Lizenz für den vor der Küste von More geplanten Windpark. Einige Beobachter gehen davon aus, dass Havsul I bis 2022 in Betrieb gehen und Vestavind das Projekt zuvor noch veräußern wird.

Tiefere Gewässer im Fokus

Nun will das Land der Fjorde Pilotprojekte mit schwimmenden Windrädern, also Anlagen, deren Fundamente nicht fest verankert sind, in tieferen Gewässern durchführen. Dort herrschen in der Regel höhere Windstärken als an der Küste.

"Die Regierung möchte dafür so bald wie möglich ein bis zwei Seegebiete öffnen", sagte Terje Soviknes, Minister für Erdöl und Energie bereits Ende 2017. Als Testregionen hat die Direktion für Wasserressourcen und Energie (Norges vassdrags- og energidirektorat; NVE) im März 2018 Utsira-Nord westlich von Haugesund und entweder Sorlige Nordsjo I oder II vor der norwegischen Südwestküste empfohlen. Die Vorschläge basieren auf einer strategischen Folgeabschätzung aus dem Jahr 2013. Damals hat NVE 15 potenzielle Standorte für Offshore-Windparks unter die Lupe genommen. Fünf wurden seinerzeit als realisierbar eingestuft, davon zwei für Anlagen mit schwimmenden Fundamenten.

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Quelle: gtai

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