Italienischer Seetransport im Aufbruch

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Italien setzt auf die Modernisierung seines Seetransports. Genua und Triest werden in den kommenden Jahren durch verbesserte Schienenanbindungen als Knotenpunkte zwischen Süd- und Mitteleuropa an Bedeutung gewinnen. Auch die Digitalisierung der Häfen kommt in Schwung. Erste Wirkung zeigen die Reformen aus dem Jahr 2016, vor knapp zwei Jahren wurden mehrere Hafenbehörden zusammengelegt und die Bürokratie verringert.

Die italienische Logistikbranche will zunehmend auf den Schiffstransport setzen, schließlich verfügt das Land über mehr als 7.300 Kilometer Seeküste. Noch aber ist der Seetransport aus Sicht der Branche unterentwickelt, die Gründe dafür sind vielfältig: Allen voran verhindern die überbordende Bürokratie und die schlechte Koordination der vielen kleinen italienischen Häfen die Entwicklung. Hinzu kommen fehlende Infrastrukturinvestitionen in den intermodalen Verkehr von Schiff und Schiene. Nicht zuletzt hat auch die Dominanz der Häfen Nordeuropas für große Containerschiffe aus Asien und Amerika die Bedeutung der Ports im Mittelmeerraum geschmälert.

Auch die Digitalisierung der Häfen gehört zur Zukunftsstrategie. In dem Infrastrukturprogramm (Programma complementare di azione e coesione Infrastrutture e Reti 2014-2020) sind 80 Millionen Euro für die Digitalisierung der Logistikketten vorgesehen. Weitere Millionen sind für "Grüne Häfen" sowie für Schienenanbindungen vorgesehen. Diese Maßnahmen werden von den EU-Strukturfonds mitfinanziert.

Zwei Jahre nach Beginn der Reform ist die Umsetzung der neuen Maßnahmen unterschiedlich. Neue Hafengesellschaften im Norden, insbesondere Triest und Genua, sind die Spitzenreiter und sehen bereits positive Effekte. Andere Gesellschaften, vor allem im Süden - aber auch La Spezia in Ligurien - kommen langsamer voran und haben nach wie vor Probleme mit Bürokratie und langen Abfertigungszeiten. Die Reform ist zudem umstritten: Machtkämpfe verhindern die Durchsetzung der neuen Maßnahmen an einzelne Häfen. Zudem kommt es gelegentlich zu Streiks durch diverse Gewerkschaften der Hafenarbeiter.

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