Norwegen - Investitionsklima und -risiken

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Die Investitionen in Norwegens Öl- und Gaswirtschaft - rund neun Mal mehr als im Bergbau und Verarbeitungsgewerbe zusammen - sind 2016 um etwa 7 Prozent auf knapp 17 Milliarden Euro zurückgegangen und dürften auch 2017 nochmals sinken.

Deutsche Unternehmen engagieren sich in der Offshore-, stärker aber in der Wirtschaft auf dem Festland. Durch die Mitgliedschaft Norwegens im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) bestehen grundsätzlich keine rechtlichen Marktzugangsbarrieren.

Zu Jahresbeginn 2017 hat die Regierung in Oslo ein Weißbuch zur Industriepolitik vorgelegt. Der strategische Industrie-4.0-Denkansatz spielt darin eine wichtige Rolle. So sollen unter anderem forschungsintensive Start-Ups durch Steuervergünstigungen gefördert und die öffentliche Grundfinanzierung der technisch-industriellen Institute erhöht werden. Angesichts des großen Interesses an Industrie 4.0-Lösungen könnten in den nächsten Jahren immer mehr Unternehmen in diese Zukunftsstrategie investieren.

Von deutscher Seite sind Dea Deutsche Erdöl, Siemens, ThyssenKrupp, Verbundnetz Gas und Wintershall stark im Norwegen-Öl- und Gasgeschäft engagiert. Der russische Oligarch Michail Fridman hat Dea vor zwei Jahren von RWE übernommen; seither firmiert die Hamburger Fördergesellschaft wieder unter dem Namen Dea Deutsche Erdöl. Auch E.ON hat sich aus dem norwegische Explorations- und Produktionsgeschäft im Öl- und Gasbereich zurückgezogen und veräußerte dieses an Dea.

Dea hat im März 2017 die Genehmigung für das Entwicklungskonzept für das Dvalin-Gasfeld (vormals: Zidane) erhalten. Die Norwegen-Tochter des deutschen Öl- und Gasunternehmens ist Betriebsführer bei dem Projekt (55 Prozent Beteiligung), weitere Partner sind die norwegischen Niederlassungen von Petoro (35 Prozent) und Edison (10 Prozent).

In ihrem ersten eigenoperierten Feld in Norwegen, Maria, hat die BASF-Tochter Wintershall im Sommer 2016 zwei Unterwasser-Templates auf dem Meeresgrund installiert. Damit wird das Feld an vier bereits bestehende Plattformen angebunden. Wintershall Norge hält an dem Projekt eine Beteiligung von 50 Prozent und ist Betriebsführer, die übrigen Partner Petoro und Centrica Resources Norge 30 beziehungsweise 20 Prozent.

Vor Norwegens Küste dürften auch größere Mengen an Seltenen Erden lagern. Damit könnte das Königreich bald noch stärker in den Fokus von Ländern rücken, die längst auch die Tiefsee als potenzielle Abbauquelle für die begehrten Rohstoffe anvisieren. Ende Mai 2017 trafen sich Vertreter aus Deutschland und Norwegen in Hövik bei Oslo, um Kooperationsmöglichkeiten beim Abbau von Tiefseemineralien auszuloten. Die Regierung bereitet nun ein Gesetz zum Meeresbergbau vor.

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Quelle: gtai

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